
Geschichte des Billard
Vom Boden auf den Tisch Die
Wurzeln des Billardspiels liegen im 12. und 13. Jh.,
in einer Zeit, wo noch alle heute bekannten Kugel- oder Ballspiele
miteinander verwandt bzw. vermischt waren und keine allzu grossen
individuellen Ausprägungen besassen. Wie Carl Diem in seiner Weltgeschichte
des Sports beschreibt, gab es damals nur zwei grundlegend
unterschiedliche Ballspiel-Gattungen: Zeitvertreib des Adels Im 16.Jh. verbreitete sich
das Billard in Residenzen und den Universitäten Die
Geburtsstunde des modernen
Billardspieles hat mit der
Effetstösse und - was das
Erstaunen der Billardwelt hervor-
Ein Spiel wird Sport England,
Pionier der meisten Sportarten, hat auch das Billardspiel durch
Aufstellung genauer Regeln und Abhaltung von Meisterschaften im
Jahresrythmus, zum Sport entwickelt. Die ersten Turniere wurden in der
1. Hälfte des 19. Jh. meist in Form von Herausforderungen
ausgetragen. Bis ca. 1840 wurden die Points nur "auf Machen" gespielt.
Als Vater des Stellungsspieles wird der Franzose Romain
angesehen. 1860 machte der 1836 geborene Franzose Mangin
in Vichy mit 108 Points die erste Hunderterserie, später
gelang ihm noch eine Serie von 724 ohne Amerikanische Serie. 1873 wurde
die 1. Weltmeisterschaft der Berufsspieler abgehalten. 2 Spieler aus
den USA, 2 Kanadier und 2 Franzosen traten in der Irving Hall in New
York zum Kampf an, Sieger wurde der Pariser Garnier mit 9.32 GD in der
Freien Partie und einer Höchstserie von 113! 1876 gab es etwas
Neues zu sehen.
Die kanadischen Brüder Dion und der US-Profi Sexton
führten erstmals die Amerikanische Serie
öffentlich vor. 4 Jahre reichten aus, um diese Serie so zu
vervollkommnen, dass der berühmte Franzose Vignaux
auf eine Serie von 1.103 des Amerikaners Slosson sofort mit 1531
antworten konnte.
Um 1900 konstituierten sich viele nationale Verbände, und die strenge Unterscheidung von Amateuren und Professionals wurde auch im Billardsport eingehalten. Unter der Führung von Frankreich wurden seit 1903 Billardweltmeisterschaften der Amateure abgehalten. Die Beteiligung von immer mehr Nationen führte 1912 zur Gründung eines Weltbillardverbandes, der aber 1914 aufgrund des ausbrechenden Weltkrieges sein Wirken einstellte.
Die Geschichte des modernen organisierten Billardsportes beginnt 1923
mit Gründung eines neuen Weltverbandes. Seit dieser Zeit
werden regelmässig Kontinental- und Weltmeisterschaften
abgehalten. Waren die Folgen des 1. Weltkrieges für das
Billardspiel noch verhältnismässig gering, so war der
Rückgang nach dem 2. Weltkrieg umso grösser.
Wirtschaftliche Notwendigkeiten, der zweite Verlust von Millionen Menschen in einem Zeitraum von 25 Jahren und eine totale Hinwendung zur Technik schränkten die Verbreitung des Billards enorm ein. In den letzten Jahren hat der Billardsport wieder seinen ehemaligen Stellenwert in der Gesellschaft erlangt. Über Schulen, Universitäten und Jugendorganisationen wird der Nachwuchs erfasst. Die Medien, insbesondere das Fernsehen, bringen Spitzensport ins Haus und "machen" auf diese Weise die Stars, die jeder Sportzweig als Vorbilder notwendig hat. Zusammenfassend
- Über die Erfindung des Billardsports gibt es mehr Legenden als stichhaltige Überlieferungen. Einschlägige Encyclopädien verraten aber, dass dieses heute so verbreitete Spiel wohl im 16. Jahrhundert in Italien entstand und im 17. Jahrhundert am Hofe Ludwig XIV bei Adligen und vornehmen Damen ein beliebtes Unterhaltungsspiel war. - Man staunt, wenn man hört, dass das Billardspiel erst seit ca. 1750 mit geraden Stäben (Queues) gespielt wird, während vorher gebogene Schläger üblich waren. Auch die in manchen nervösen Spielpausen beim Einkreiden überstrapazierte Lederkuppe (Procédé) wurde erst 1827 eingeführt. Nicht verbrieft, aber doch recht plausibel klingt die Konstruktion des Wortes Billard: Die
beiden Wörter Bille (Kugel, Ball) und Art
(Kunst) wurden zusammengelegt, frei übersetzt würde
dies „Die Kunst mit den Kugeln“ ergeben. Billard wird vorwiegend von Männer (warum eigentlich ?) aus allen Gesellschaftsschichten gespielt. Am Anfang war es der Königshof, dann die obersten Schichten - doch bald erlagen auch die „Gewöhnlichen„ der Faszination Billard. Die Liste von Künstlern und Gelehrten ist lang, die sich am Billardtisch erholten oder auch den Ehrgeiz investierten, mit den drei Kugeln besondere Leistungen zu erbringen. Anderseits
erinnern sich viele an Gangster- und Ganovenfilme, in welchen in meist
rauchigen Hinterzimmern von zwielichtigen Typen Billard gespielt wurde.
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über unseren Sport
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angegliederten Ballhäusern, wo es neben
einer Frühform des Tennis zum festen
Bestandteil der Einrichtung
gehörte. 