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Image des Billardspiels




In den Zeiten, in denen der einäugige Jim und Drei-Finger-Joe in Bills schäbiger Billard-Bude die uneingeschränkten Könige am wackligen Tisch mit dem dreckigen Filz-Tuch waren, genoß das teuflische Spiel mit dem Stock und den drei Kugeln die Bewunderung einer   -   wenn auch zweifelhaften   -   Öffentlichkeit.

Jims Augenmaß und Joes knüppelhartes Spiel waren für Tagediebe und Nachtschwärmer Grund genug, den ganzen Wochenlohn zu verwetten. Und es war mucksmäuschenstill in Bills Bude, als der Außenseiter Jim im Dunst des Zigarettenqualms zum alles entscheidenen 1000-Dollar-Stoß über sieben Banden Maß nahm. Wenig später setzte bei der einen Hälfte der über Hundert Zuschauer erlösender Jubel ein. Böse Blicke trafen dagegen den Verlierer, der bereits zwei Tage später mit einer dicken Mullbinde an der Hand als Zwei-Finger-Joe ein großes Spiel gewann.
So ist die Öffentlichkeit nun einmal   -   hart aber gerecht.

Kein Wunder also, daß die Billardspieler, die ihre Finger für wichtiger hielten, sich irgendwann einmal in stillere Örtlichkeiten zurückzogen, wo sie in manchmal erstickender Ruhe wahre Meisterleistungen vollbrachten. Ein sauberer, genau ausgeloteter Tisch, handgearbeitete Queues und viele gleichgesinnte Freunde machten das Billardspiel auch ohne existenzielle Wetten zu einem Erlebnis. Der Billard-Sport wurde salonfähig.

Ärgerlich war für viele Billardspieler in diesen Zeiten eigentlich nur, daß niemand dabei war, wenn ihnen einmal ein Traumstoß gelang. Der Vereinskamerad, der die Carambolage über sieben Bande hätte sehen müssen, hatte sich gerade nach einer Mark gebückt, die unter den Tisch gerollt war und der lange Pitter, der immer in der Kneipe war, wenn einer spielte, war eingeschlafen. Keine Zeugen   -   kein Traumstoß.
So ist die Öffentlichkeit nun einmal    -  hart und ungerecht.

Außerhalb der verrufenen Spelunken hat das Billard-Spiel einen schweren Stand. Billard ist ein Hochleistungssport, der sich nicht zu schämen braucht, ein Kneipensport zu sein. So ver- führerisch leicht das Spiel zunächst aussieht, so vertrackt sind die Schwierigkeiten, es erfolgreich zu beherrschen. Nüchtern besehen ist Billard ein Zeitvertreib mit Naturgesetzen, die in Prall und Drall bestimmend für den Lauf der Kugeln sind. Aber begeistert betrachtet und wenn es könner- haft vorgeführt wird, scheint sich das Karambolage-Spiel in die Sphäre der Magie zu erheben. Manchmal mutet es wie Hexerei mit Ball und Queue an.

Ohne die Beachtung der Öffentlichkeit, droht der Billard-Sport in der Versenkung zu verschwin- den. Ohne vielversprechende Nachwuchstalente drohen tradionsreiche Vereine in Vergessenheit zu geraten. Ohne eine entsprechende Öffentlichkeits-Arbeit können verborgene Interessen gar nicht geweckt werden. Oder hat ein Sport, in dem keine utopischen Preise wie beim Tennis, beim Golf oder auch beim Fußball locken, keine Existenz-Chance? Ganz klar! Mit dem Nervenkitzel eines Formel-1-Rennens, bei dem es schließlich um Leben und Tod geht, können die Queue- Spezialisten nicht konkurrieren.

Billard ist und wird ein Sport bleiben, der überweigend nur den Eingeweihten zugänglich ist. Die nicht endenwollende Jagd nach den Höchstserien in den verschiedenen Disziplinen stellt höchste Ansprüche an den Geduldsfaden der Zuschauer. Erst wenn beim Kunstoß oder beim Dreiband   -   scheinbar   -   die Gesetze der Physik wiederlegt werden, macht sich selbst bei den Laien so etwas wie Faszination breit. Und genau das ist der Ansatzpunkt, die Chance, die der Billard-Sport heute hat. Denn es muß nicht immer "lebensgefährliche Action" geboten werden, um wenigstens einen kleinen Kreis von Kennern zu beeindrucken.

Und genau das dachte sich auch der Karambolvereins-Kassierer Sparstrumpf. Er übte heimlich am "Pool-Tisch" und ging eines Abends unrasiert in eine üble Billard-Spelunke. Mit sicherem Blick suchte er sich den leichtsinnigsten Zeitgenossen aus, verlor die ersten drei Partien um einen Heiermann und setzte dann mit gespielter Trunkenheit alles auf eine Karte. "Tausend Mark auf Sieg" lallte er und legte demonstrativ zehn "Blaue" auf den Tisch. Alle "Haudegen", die sich darum drängelten gegen ihn zu spielen, verloren. Doch anstatt das viele Geld einzusacken, legte Herr Sparstrumpf nach zehn locker gewonnenen Spielen schweigend die Visitenkarte seines Karambol-Vereins auf den Tisch und ging ...............



 









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